Hallo zusammen,
ich habe mir für ein Musikstück fünf Registrationen zum passenden Style gebaut.
Zwei der Regs benutzen R1 R2 und R3 gleichzeitig und haben einen relativ längeren Relaese Wert.
Die anderen drei Regs sind nur bei R1 belegt.
Nun hab ich mir eine Reg Sequenz gemacht die per Fussschalter bedient wird.
Soweit so gut….aber beim schalten der Regs mit den längeren Release Werten treten unschöne Soundsprünge auf.
Ich hoffe ich konnte das einigermaßen beschreiben.
Bei meinem YT Vorbild tritt dieses Phänomen trotz schnellem Reg schalten nicht auf.
Hab im Netz etwas dazu gelesen bezüglich DSP Verteilung um dieses Verhalten zu vermeiden.
Weis jemand Rat zu diesem Thema?
Oder vielleicht machen Dennis und Rainer mal einen Tip dazu ?
LG,
Gerd
Hallo Gerd
Für dieses Thema gibt es u.a. folgendes Erklär-Video:
https://youtu.be/g5NaSZPYeac?is=nToDsSjQ2D67kFOp
Mein Vorgehen:
ich wähle drei Sounds (R1, R2 und R3) mit den gewünschten DSP für den ersten Registerplatz.
Dann Mute ich die eine oder andere Stimme für weitere Regs. Soundsprünge beim Reg-Wechsel sind somit ausgeschlossen weil immer die gleichen DSP hinterlegt sind.
Viel Erfolg
Reinhard
Hallo zusammen,
sorry das ich erst jetzt antworte,wir waren im Urlaub.
Zum Thema,
all diese mehr oder weniger gescheiten Lösungsvideos sind für sich genommen sicher richtig und gut.
Allerdings hat niemand eine Lösung wenn man R1 2 und 3 gleichzeitig benutzt,und… diese Soundcombi
auch noch diverse längere Release Zeiten verwenden.
Ich hab im Netz zum Thema herumrecherchiert…scheint ein Bug im Genos 2 zu sein,denn bei der
Yamaha Synth Fraktion ist“SSS“ überhaupt kein Thema .
Bei einem 4K teuren Arranger darf sowas nicht sein.
Aber,
irgendwie muss es doch funktionieren,das kann man in folgendem Bsp exakt sehen und hören :
Ich hab mir das was die Dame vorträgt exakt bei meiner Regbank nachvollzogen,hab aber die besagten Soundartefakte beim
schalten der Reg Sequenz via Pedal.
Vielleicht hat ja noch jemand ne Idee was ich evntl übersehen hab.
LG
Hallo Gerd,
Dein genanntes Video-Beispiel zeigt, wie man es machen sollte:
auf keinen Fall langes Release (gfs. per Voice Edit verringern), lediglich Hall-Anteil verwenden (den aus dem Style)
Tasten loslassen, bevor man die Reg. wechselt.
Was man nicht sieht:
je Reg. alle Right-Insert-Effekte ausschalten (z.B. im Bild VoicePart),
passenden Style einstellen (hier: OrchPopClassics), allgemein gesagt: Style sollte nicht gerade Disco-artigen Chorus-Effekt mitbringen.
Mach daraus eine neue Reg-Bank und berichte gfs. bitte, welche Art Artefakte dann noch auftreten.
Zu Deiner Frage eine Gegenfrage.
Willst Du unbedingt ein langes Release bei allen drei Voices oder möchtest Du nur wissen, wie man das verringert?
Magst Du verraten, um welches Lied es sich bei Dir handelt?
Gruß, Wilfried
Hallo Wilfried,
ersteinmal Dankeschön für Dein Interesse bei meinem Prob.
Mit Voice Edit Möglichkeiten bin ich im Bilde was man wo und wie einstellen bzw verändern kann.
Deine Ansätze werde ich mal versuchen.
Du hast ja gefragt um welchen Song es sich handelt….
Ich mag den ein oder anderen Titel von Rondo Veneziano und dachte kann man nicht nachspielen.
Die Dame aus dem obigen YT Video zeigt das es doch sehr gut möglich ist und Yamaha einen hübschen Style im G2 Fundus hat.
Der Song oben nennt sich „San Marco“.
Die Reg Bank hab ich mir vom Video nachgebaut allerdings ohne unter die Haube schauen zu können..
So,
da ich ein lausiger KB Player bin,wollte ich ein langsames Stück von RV einstudieren namens „Donna Lucretia „
https://m.youtube.com/watch?v=997GeyQzHrM&ra=m
F-Dur,Tempo 66. ,war etwas schwierig an geeignetes Notenmaterial zu kommen..
Übrigens,
an den Release Werten hab ich nichts verändert,also vom Key übernommen.
Die switch Artefakte treten nur bei der Violin und der Cello Soundkombi auf.(Wegen langem Release ?)
Nun,ich werd gemäß Deinen Vorschlägen ein wenig experimentieren und davon berichten.
Bin auch gern bereit meine RegBank zu teilen.
LG,
Gerd
Hallo Wilfried,
jo ich wieder.
Also ich hab nochmal an der Reg geschraubt,bei zwei Sounds den Release auf null gesetzt.
Insert Effekte waren keine aktiv.
Der verwendete Style für – Donna Lucrezia – ist der StandardPianoBallad.
Im Mixer ,System Effect Tempo Cross 1.
Fazit,
es ist ein wenig besser geworden,braucht aber ein korrektes Timing wenn man den Fußschalter für die Reg Sequenz benutzt.
Beim schalten der Regs per Hand egal ob rechte oder linke vergeht genug Zeit um die Sounds ausklingen zu lassen.
Finger von der Tastatur vor dem Wechsel obligatorisch.
So richtig zufrieden bin ich trotzdem noch nicht,da es ja bei anderen Leuten anscheinend diese Phänomen nicht gibt.
Komisch,ich hatte vorher einen T5 den ich ziemlich intensiv für mein Zeugs genutzt hab,Bsp StarWars Suite ca 7min lang
live mit etlichen Soundwechseln via 3 Regbänken mit FCB1010 Fußschalter ohne solche Artefakte.
Vielleicht hätt ich den lieber behalten sollen.
Falls noch jemand zum Thema was zu sagen hat,immer her damit.
LG,
Gerd
Hallo Gerd
Frag doch mal bei der netten Dame Corinne ob sie dir das Register Memory zur Verfügung stellt.
O.K. es sind halt schon acht Jahre – aber man weiss ja nie…
Gruss Reinhard
Hallo Reinhard,
hab da leider keine Kontaktdaten und mit Socialmedia hab ich nix am Hut…
Selbst wenn ich ihre RegBank bekäme,muss es in meinem G2 nicht zwingend funktionieren.
Der G2 ist zwar abwärtskompatibel aber selbst die ein oder ander Reg hier von der KA vom G1 kann ich
zwar einladen ,funktionieren aber nicht ganz so wie im Video.
LG,
Gerd
Hallo Gerd,
auf dem SX920 habe ich nun die Einstellungen für San Marco weitgehend nachbilden können, nichts verändert und trotzdem kein auffälliges Artefakt erlebt. Auch für Donna Lucretia komme ich ohne Seamless-Technik aus.
Frech wie ich bin, habe ich mal in jeder Reg. Sustain eingeschaltet. Und tatsächlich, das knurpst dann manchmal ganz arg. Also bloß nicht Sustain einschalten (rechts oben neben Harmony)! Das hört sich zwar an wie Release, ist aber was ganz anderes. Übrigens, System-Effekt hat keinen Einfluss auf die Voices der Tastatur, dort wirken Insert, Chorus und Hall. Bis auf Hall ist bei meinen Preset-Einstellungen alles aus.
Vielleicht bringt Dich das ein wenig weiter?
LG. Wilfried
ps. Deine Tipps an andere gefallen mir.
Hallo Wilfried,
nochmals herzlichen Dank für Deine weiterführende Unterstützung.
Nun, Sustain benutze ich in diesem Kontext gar nicht,nur die einzelnen Sound Relaese Werte die ich doch für nötig halte.
Wie schon geschrieben,Insert DSP´s sind auch keine vorhanden nur die System DSP die mit dem Style daherkommen.
Hm,Ursache für mein vermeintliches Prob könnten die in den Regs unterschiedlichen Volumes sein.
Da geh ich die Tage mal ran ,wenn es nicht mehr so warm ist.
Deinem letzten post entnehme ich das Du die beiden Titel spielen kannst ?
San Marco ist ja schon zügig im Tempo..
Dann Hut ab,wie man so sagt.
Übrigens,danke für Dein P.S.
Deine weit über 300 Beiträge zeugen von großem musikalisch technischem Wissen,mal so nebenbei bemerkt.
LG,
Gerd
Hallo Gerd,
was SeamlessSoundSwitch angeht, da hat Reinhard die einzig zuverlässige Vorgehensweise bei dieser Sorte Keyboards gezeigt. Für Dein Anliegen mit mehrerern Voices muss man halt einen Weg zu finden, mit dem zurechtzukommen, was man hat und was einem auch Spaß macht.
Wie Du schon vermutest, wäre es mit dynamischer DSP-Verteilung alleine nicht getan. Auch die Lautstärke spielt eine Rolle.
Du scheinst Dich auch ganz schön gut auszukennen, aber wusstest Du, dass die Reglereinstellung im Mixer ein Prozentsatz auf die Lautstärke der Voice ist? Also eine Voice mit Lautstärke 80 und Mixer 50 ist so laut wie die gleiche Voice mit Lautstärke 40 und Mixer 100. Wenn die Voices nun jeweils auf ein Klavier mit Lautstärke 120 und Mixer 50 wechseln, springen beide bei gehaltenem Ton auf 60 weil das Klavier es verlangt, sogar dann wenn es aus ist. „works as designed“ (arbeitet korrekt wie vorgesehen), sagt man dazu. Und noch etwas: bei einer resultierenden Lautstärke von 127 ist Schluss, mehr geht nicht.
Im Übrigen wird die gefühlte Lautstärke von allen Einstellungen beeinflusst, die man während des Abspielens eines Tons ändern kann. Da macht sich auch ein unterschiedlicher Hall-Anteil bei Chorus/Hall bemerkbar.
Als ich Deine Anfrage gelesen hatte (eigentlich an Dennis und Rainer gerichtet), wollte ich Dich gleich bitten, hier eine Hörprobe von dem Artefakt vorzustellen, um zu verstehen, was da passiert. Aber dann hätten alle gedacht, da wäre jetzt ein Genos2-Profi dran und der macht das schon…
Ich warte oft ab, bis auffallend viele Views angezeigt werden ohne dass einer antwortet. Dann lasse ich mir immer noch Zeit mit den Antworten und probiere jeden Vorschlag so gut es geht aus, bevor der ins Forum gelangt.
Und was San Marco angeht, na ja, es hat ja keiner zugehört. Wissen und Können sind zweierlei.
Ich glaube, dass Du auf dem richtigen Lösungsweg bist und wünsche Dir viel Erfolg!
Gruß Wilfried
Nachträgliche Anmerkung: das Prozentbeispiel ist nur zum einfachen Nachvollziehen gedacht, präzise müsste man in 127-teln denken.
Und noch etwas. Klar, es wird schwierig, Voices zu finden, die bei durchgehend gleicher Lautstärke-Einstellung noch zum Lied passen. Ich verfolge zur Zeit ein paar Ideen und melde mich noch mal wieder.
Hallo Gerd,
ich würde gerne auf Dein Angebot zurückkommen, kannst Du bitte Deine RegBank als Anhang beifügen?
LG Wilfried
Hallo Wilfried,
kann ich gern machen.
Bedenke aber bitte,die Reg ist für Donna Lucrezia.
Da Rondo Veneziano fast immer eine ähnliche Zusammenstellung benutzt,hatte ich mir die Soundcombis
via YT von Coyam_music78 für San Marco abgeschaut und nach nem halbwegs passenden Style gesucht.
Meine Bank benutzt ab Reg2 auch ein Piano MP.
Die von Dir im letzten Beitrag erwähnten Volume Verhältnisse bekomme ich nicht auf die Reihe.
Ich verstehe es so,
hat der Sound im Voice Edit eine Vorgabe von Bsp 80,dann wären in Der Mixingkonsole bei 127 auch nur gehörte 80 möglich??
Es bleibt spannend…
Hallo Gerd,
ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es keinen Sinn macht, nach einer Lösung per Lautstärke zu suchen. Ich dachte eher an die Suche nach Voices, die beim Wechsel gleichbleibende Lautstärke haben. Ich zweifle jedoch sehr, ob die dann ein gutes Klangbild geben, wenn man sie überhaupt findet.
– Zur Lautstärke –
Richtig, aus Lautstärke Voice-intern 80 und Mixer 127 (auch umgekehrt) wird 80.
Da ist aber noch der „Reduzierfaktor“, der intern entsteht, wenn man beim Controller den Einfluss auf die Amplitude über 64 stellt. Um den JS (Joystick) dafür sinnvoll nutzen zu können, muss die Lautstärke intern einen geringeren Ausgangswert bekommen, als im Voice-Edit eingestellt. Der Faktor ist ungefähr 2 – (Amplitude / 64), liegt also zwischen 1 und 0. Wohlgemerkt, NUR bei Werten ÜBER 64. Vermutlich hat auch eine entsprechende Aftertouch-Einstellung einen Einfluss.
Also gilt wohl Lautstärke = Voice * Reduzierfaktor * Mixer / 127.
D.h. bei Amplitude 127 ist ohne JS-Mod-Bewegung kein Ton zu hören. Nimmt man manchmal zum Überblenden zweier Voices.
Und auf die wahrgenommene Lautstärke wirken sich natürlich auch EQ, Filter, Effekte usw. aus.
– Zurück zum Lied –
Würde es Dir denn genügen, bei dem Lied wenigstens die Klangsprünge beim Wechsel von Strings auf Solo in den Griff zu bekommen?
Ich habe Deine Reg-Folge angeschaut und 4 solche Wechsel gesehen, von Violine zu Oboe, Cello zu Oboe, Violine zu Piano, Cello zu Piano. Zurück ist weniger auffällig.
Ich habe spaßeshalber für die Wechsel zu Solo statt Deiner 2 Regs (Nr. 3 und 5) je eine Fall-Variante erstellt, brauche also 7 statt 5 Regs. Diese habe ich nach dem SSS-Prinzip gestaltet. Die Solo-Voice habe ich jeweils auf einen separaten, maximalen Left-Bereich gelegt. Wären es nicht 3 Violinen, könnte man wohl auch Right3 für Solo verwenden. Auf Right1,2,3 liegt der Klang des Vorgängers mit exakt gleichen Einstellungen, es ist aber nur Left eingeschaltet. Würde man die Rights eingeschaltet lassen, wären sie zwar nicht spielbar (außer mit der obersten Taste), aber beim Wechsel würden die Vorgänger abrupt verstummen.
Den Wechsel zwischen Violine und Cello habe ich mit leichter Klangveränderung und einer SSS-Maßnahme bei Right3 des Cello-Parts abgemildert.
Also ich wäre damit zufrieden. Möchtest Du mehr Details? Ich könnte auch meine Reg-Bank vom SX920 anbieten, wenn ich sicher wäre, dass sie problemlos auf den Genos2 funktioniert.
Nebenbei bemerkt: Es sieht so aus, als hättest Du einige Voices klanglich nachbearbeitet, das macht die Arbeit etwas aufwändig, weil man nicht einfach einen Part kopieren kann sondern neu aufbauen und nachjustieren muss. Es sein denn irgendwie am PC oder auf mühsamen Umwegen.
LG Wilfried
Vielleicht kann ich noch etwas zur Klärung beitragen …
Ich habe Corinne („coyam78“) im Forum claviers-arrangeurs.forumactif.com ausfindig gemacht. Sie ist dort als Administratorin tätig.
Sie hat mir freundlicherweise die Registration-Bank von San Marco zur Verfügung gestellt. Damit könnt ihr einmal „unter die Haube schauen“. Ich hoffe, dass sich das Problem dadurch etwas genauer eingrenzen lässt.
Nachfolgend die übersetzte Nachricht von Corinne:
Ich habe nichts Besonderes gemacht – insbesondere nicht, um Klangartefakte zu vermeiden.
Das passiert mir von Zeit zu Zeit bei einigen Voices. Ich kann mich allerdings nicht daran erinnern, dass dieses Problem bei dieser Registration aufgetreten ist. Allerdings liegt das inzwischen acht Jahre zurück, und ich spiele dieses Stück schon lange nicht mehr.
Möglicherweise habe ich damals einige Töne jeweils früh genug losgelassen, sodass dieses Problem gar nicht erst auftrat. Leider ist das bei Yamaha-Keyboards tatsächlich eine bekannte Schwachstelle.
Ich weiß allerdings nicht, wie sich diese Registration auf einem Genos 2 verhält. Das müsste man ausprobieren.
Liebe Grüsse
Reinhard
